Berühmte Absolvent_innen

Marjana Burgstaller-Lipovšek

Kammersängerin

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© Johannes Ifkovits

Marjana Lipovšek stammt aus einer musikalischen Familie aus dem slowenischen Ljubljana; ihr Vater war der Komponist und Pianist Marijan Lipovšek. Sie studierte zunächst Klavier und Musikpädagogik in Ljubljana, danach Gesang in Graz bei Professor Herma Handl-Wiedenhofer und Professor Gottfried Hornik sowie in Wien bei Professor Erik Werba. Direkt vom Studium weg wurde sie an die Wiener Staatsoper verpflichtet; weitere wichtige Stationen waren die Staatsoper Hamburg und die Münchner Staatsoper.

Marjana Lipovšek hat im Laufe ihrer fast vier Jahrzehnte langen Karriere alle großen Partien ihres Fachs an den großen Häusern in der ganzen Welt gesungen und dabei unzählige Menschen mit ihrer Kunst erreicht und bewegt.

Rollen wie Octavian (DER ROSENKAVALIER), Dorabella (COSÌ FAN TUTTE), Marina (BORIS GODUNOV) und Ulrica (UN BALLO IN MASCHERA) verkörperte sie zuerst am Opernhaus in Hamburg. Ihrer ersten Dalila in Saint Saëns’ SAMSON ET DALILA bei den Bregenzer Festspielen war ein spektakulärer Erfolg beschieden. Diese Partie sang sie dann in weiterer Folge in Berlin, an der Wiener Staatsoper und an der Opéra de la Bastille in Paris. Neben dem kompletten Strauss- und Wagnerrepertoire (von Amme, Klytämnestra, Gaea bis Fricka, Waltraute, Brangäne, Erda) zählen natürlich auch Verdis Azucena (IL TROVATORE), Amneris (AIDA) und Mrs. Quickly (FALSTAFF) zu Marjana Lipovšeks Lieblingspartien.

Zu den wichtigsten Partien der letzten Jahre zählten Quickly (FALSTAFF) und Brangäne, die sie mit großem Erfolg unter Dirigenten wie Claudio Abbado und Zubin Mehta gab, DIE FRAU OHNE SCHATTEN an der Wiener Staatsoper unter Giuseppe Sinopoli und die Wiederaufnahme von WALKÜRE an der Chicago Lyric Opera unter Sir Andrew Davis. Unter der musikalischen Leitung von Zubin Mehta war sie u.a. auch in einer kompletten RING-Neuproduktion an der Bayerischen Staatsoper München zu erleben. Von Erfolg gekrönt war außerdem ihre Klytämnestra/ELEKTRA an der Metropolitan Opera unter James Levine ebenso wie eine äußerst erfolgreiche Neuproduktion von Strauss’ ELEKTRA am Opernhaus Zürich.

Neben ihrer Operntätigkeit war Marjana Lipovšek auch als Konzertsängerin mit den führenden Orchestern wie u.a. Berliner, Münchner und Wiener Philharmoniker, Staatskapelle Dresden, London Symphony Orchestra, Concertgebouw, New York Philharmonic und Philadelphia Philharmonic Orchestra unter Dirigenten wie Abbado, Barenboim, Bychkov, Chung, Davis, von Dohnányi, Haitink, Harnoncourt, Levine, Maazel, Mehta, Muti, Nagano, Sawallisch, Sinopoli in Europa, den USA und Japan aufgetreten, wobei ihr Repertoire von Bach bis zu zeitgenössischer Musik reichte.

Ihre besondere Liebe galt unter anderem den Werken von Gustav Mahler (1996 wurde ihr die Gustav Mahler Medaille in Gold verliehen) und Frank Martin (für die Aufnahme von Frank Martins CORNET erhielt die Künstlerin den „Grand Prix du Disque”, 1993 den „Prix Spécial du Jury” von der Nouvelle Académie du Disque Français). Viele Komponisten, die ihren breiten stimmlichen und musikalischen Horizont schätzen, haben ihr Liedzyklen gewidmet. Ihre Fähigkeit zur dramatischen Verwandlung auf kleinem Raum begeisterte die Zuhörer immer wieder neu.

Höhepunkte der jüngsten Vergangenheit waren u.a. eine Neuproduktion von R. Strauss’ DAPHNE/Gaea an der Wiener Staatsoper, RHEINGOLD, GÖTTERDÄMMERUNG und FALSTAFF an der Münchner Staatsoper, OEDIPE/Jokaste & Sphinx an den Opernhäusern in Berlin und Wien, RHEINGOLD/Erda, WALKÜRE/Fricka und GÖTTERDÄMMERUNG/ Waltraute an der Wiener und der Münchner Staatsoper. Marjana Lipovšek war auch in einer erfolgreichen Neuproduktion von LES DIALOGUES DES CARMELITES am Theater an der Wien, in SUOR ANGELICA als Zia Principessa an der Mailänder Scala sowie als Gaea in Richard Strauss’ DAPHNE an der Staatsoper in Hamburg zu erleben.

Zuletzt standen eine Neuproduktion von Tschaikowskys PIQUE DAME in Maribor, in der sie erstmals die Partie der Gräfin verkörperte, konzertante Aufführungen von SOUTH PACIFIC an der Wiener Volksoper und ELEKTRA/Klytämnestra an der Hamburgischen Staatsoper sowie eine Neuproduktion von AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY in Toulouse auf dem Programm.

Marjana Lipovšek widmet sich intensiv dem Sängernachwuchs und hat neben vielen Meisterkursen im In- und Ausland u.a. im Sommer 2010 das Young Singers Project der Salzburger Festspiele geleitet.

Marjana Lipovšek ist Wiener und Bayerische Kammersängerin. 2001 erhielt Marjana Lipovsek das Goldene Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich. Im Mai 2004 wurde ihr die Ehrenbürgerschaft ihrer Heimatstadt Ljubljana verliehen.

 

Fernseh-, Radio- und CD-Einspielungen

  • BORIS GODUNOV/Marina (Sony)
  • CHOWANSCHTSCHINA/Marfa (DG) mit Claudio Abbado,
  • ELEKTRA/Klytämnestra,
  • RING/Fricka mit Wolfgang Sawallisch (EMI),
  • ORPHEUS EDEURIDICE mit Hager (Ariola),
  • SUOR ANGELICA mit Patané (Ariola),
  • HÄNSEL UND GRETEL mit Jeffrey Tate (EMI),
  • RHEINGOLD und GÖTTERDÄMMERUNG mit Haitink (EMI),
  • FRAU OHNE SCHATTEN/Amme und FALSTAFF/Quickly (DECCA) mit Solti,
  • zahlreiche Konzert-, Oratorien- und Lied-Aufnahmen.

„Seit meiner Kindheit erfüllt mich Musik mit tiefem Glück. Ich kann sie getrost als meinen Lebensmotor bezeichnen. Sie hat mich durch alle Höhen und Tiefen des Lebens getragen, seien sie beruflicher oder persönlicher Natur gewesen, und immer empfinde ich es als ein großes Geschenk, mich einer so beglückenden und erfüllenden Tätigkeit widmen zu dürfen. 

Der Beruf des Sängers/der Sängerin erfordert ein enormes Maß an Disziplin, Arbeitseinsatz, Durchhaltevermögen, Selbstvertrauen und Mut. 

Zugleich braucht Interpretation aber auch innere Freiheit, Phantasie und eine eigenständige Persönlichkeit. Der Ausdruck wahren Empfindens des/der Ausübenden bedürfen ebenso wie die stimmlichen Fähigkeiten und gedankliche Genauigkeit und Wissen steter Pflege. Aber die seelischen Erfahrungen und das Gefühl tiefen Erfasstseins in der Musik, am Podium oder auf der Bühne, überwiegen alle Anstrengungen bei Weitem. 

Für Ihr Studium und Ihren weiteren Lebensweg wünsche ich Ihnen viel Freude und bestes Gelingen!“