Berufsbilder

Schauspieler

Gregor Kohlhofer

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© Johanna Seitinger

Was macht man als Schauspieler_in?

Als Schauspieler_in steht man üblicherweise auf der Bühne, vor der Kamera oder vor dem Mikrofon und stellt andere Menschen dar. Man arbeitet mit anderen Künstler_innen aus verschiedenen Sparten gemeinsam an Projekten, um Geschichten zu erzählen oder/und sich politisch zu äußern. Als Schauspieler_in empathisiere ich mit Menschen, versuche deren Psyche und Phsysis zu scannen und auf mich zu kopieren, um im besten Fall einen Charakter authentisch darstellen zu können. 

 

Wie wird man Schauspieler_in?

Der klassische Weg Schauspieler_in zu werden geht über die Schauspielschule, die einem wichtige handwerkliche Grundlagen mitgibt. Im deutschsprachigen Raum gibt es 19 staatlich geförderte und eine Vielzahl an privaten Schulen. Die Dauer eines Schauspielstudiums beträgt üblicherweise 3 bis 4 Jahre. Es sind aber auch viele erfolgreiche Kolleg_innen alternative Routen gegangen. In diesem Beruf können verschiedenste Wege „nach Rom führen“.


Welche Fähigkeiten braucht man dafür?

Fantasie, Körperbewusstsein, Mut, Empathie, Musikalität und Teamfähigkeit sind meiner Meinung nach die wichtigsten Anforderungen um diesen Beruf erfolgreich ausüben zu können. Weiters sollte man auch kritikfähig sein und einen dehnbaren Geduldsfaden haben, da nicht nur bei Vorsprechen und Castings lange Wartezeiten auftreten können, sondern auch der nächste Job oft auf sich warten lässt.

 
Was macht Ihnen dabei am meisten Spaß?

Die Auseinandersetzung mit der Psyche des Menschen macht mir am meisten Spass. Auch meinen eigenen Geist und Körper immer besser kennenzulernen und vorallem damit bewusst umgehen zu lernen ist ein spannender Prozess, der denke ich nie langweilig wird.

 

Was sind die größten Herausforderungen?

Dieser wunderschöne Beruf verbirgt einige Schattenseiten, die auf Dauer zu Herausforderungen werden können. Wenn man nicht an einem Theater im Fixengagement ist oder eine durchgehende Rolle in einer Serie hat, schaut es mit finanziellem Fixeinkommen schlecht aus. Und selbst in diesen genannten „sicheren“ Positionen, weiß man auch nicht ob die Serie nicht demnächst abgesetzt wird oder dein Vertrag am Theater nicht verlängert wird. Es ist ein ständiges Suchen und Bemühen um den nächsten Job. Ein fixer Arbeitsplatz ist Mangelware. Der Markt wird auch nicht kleiner, da jedes Jahr wieder über 150 Studenten nur an staatlichen Schulen im deutschsprachigen Raum abschließen. Es ist also ein ständiges Vergleichen und Konkurrieren. 

 

Welchen Tipp haben Sie für angehende Schauspieler_innen?

Ich würde jeder/jedem angehenden Schauspieler_in raten, die bereits vorhandenen Fähigkeiten und Stärken auszubauen und sich in jegliche Richtung stimmlich und bewegungstechnisch weiterzubilden. Höre auf deinen Körper und gehe gut mit ihm um - Dein Körper ist dein Kapital!


Gregor Kohlhofer wurde 1993 geboren und stammt aus Kindberg/Steiermark. Während seinem Studium an der Kunstuniversität Graz von 2012-2016, debütierte er 2015 am Stadttheater Klagenfurt als PUCK in der Oper "A Midsummer Night’s Dream" (R:Immo Karaman). In den darauffolgenden Spielzeiten 2016-2018 war er dort Ensemblemitglied und arbeitete u.a. mit Stephanie Mohr und Cesare Lievi. Nachdem der Film "MATHIAS" (R: Clara Stern), mit Gregor in der Hauptrolle, den Kurzspielfilmpreis der Diagonale 2017 und den Österreichischen Filmpreis 2018 in der Kategorie Bester Kurzfilm gewann, arbeitete er auch vermehrt für Film und Fernsehen. Er drehte u.a. Der Pass, SOKO Kitzbühel, SOKO Donau und letzten Herbst den neuen Steirerkrimi „Steirerkreuz“ (R: Wolfgang Murnberger). 

Stand: Oktober 2019