Berufsbilder

Assistenzprofessorin

Kendra STEPPUTAT // Institut für Ethnomusikologie, KUG

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© Opernfoto

Was machen Sie in Ihrem Beruf?

Wie viele andere Berufsbilder auch, lässt sich ein bedeutender Anteil dieses Jobs so beschreiben: Ich sitze gebeugt vor einem Monitor, lese oder schreibe. Das allerdings, was da auf dem Monitor (ent)steht, ist für mich endlos spannend: Warum machen Menschen Musik? Warum tanzen sie? Warum so unterschiedlich? Wieso verändert sich Kultur ständig? Wer bestimmt, wer macht Kultur? Die grundlegende Neugier an Menschen, und die Liebe zu Kunst und Kultur sind die wichtigste Grundlage für meinen Beruf und das, was ich wiederum in Form von Zeitschriftenbeiträgen, Vorträgen oder Büchern zu meinem Fach Ethnomusikologie beitrage. Natürlich sitze ich nicht nur im Büro: Kern meiner Tätigkeit ist es, mein Wissen in der Lehre an Studierende weiterzugeben. Darüber hinaus unterrichte ich die Musik und den Tanz, womit ich mich wissenschaftlich beschäftige, auch in der Praxis, als Ergänzung zum Theoretischen.

An einer Universität angestellt zu sein, heisst aber auch, sich an der 'Selbstverwaltung' der Universität bzw. des eigenen Instituts zu beteiligen. Dies hat nichts mit dem eigenen Fachwissen zu tun, sondern vor allem mit organisatorischen und kommunikativen Fähigkeiten.

Alles in allem ist also als Mitarbeiter_in an der Universität zu arbeiten eine sehr abwechslungsreiche, viele Kompetenzen umfassende Tätigkeit.

 

Wie wird man Assistenzprofessor_in?

Man muss zunächst drei Abschlüsse machen: BA, MA, PhD. Als 'post-doc', also nach dem Doktorat, kann man dann im wissenschaftlichen Betrieb – mit ein bisschen Glück und Geduld – Stellen wie diese erhalten. Je mehr man dann schon in Forschungsnetzwerke integriert ist, zum Beispiel durch erste Publikationen, Konferenzreisen und Vorträge, desto besser.

 

Welche Fähigkeiten braucht man dafür?

Wie oben schon erwähnt: sowohl fachliche Qualifikationen als auch soziale und organisatorische Kompetenz. Darüber hinaus aber vor allem den Antrieb, immer noch dazu lernen zu wollen.

 

Was macht Ihnen dabei am meisten Spaß?

In der Diversität der Aufgaben und Möglichkeiten: Eigentlich alles.

 

Was sind die größten Herausforderungen?

Das ist sicherlich unterschiedlich, aber für mich und viele andere: das individuelle Zeitmanagement! Sich nicht zu übernehmen mit Projekten und Aufgaben, sich zu trauen, auch mal 'nein' zu Anfragen zu sagen – und die „Freizeit“ außerhalb der Universität auch als solche zu nutzen und genießen.

 

Welchen Tipp haben Sie für angehende (Assistenz-)Professor_innen?

Dranbleiben, ein bisschen Naivität behalten, und nie die Faszination für die Forschung verlieren.

 

Kendra Stepputat studierte Vergleichende Musikwissenschaft (Ethnomusikologie), Publizistik und Kommuniktionswissenschaft sowie Südostasien Studien in Berlin. Innerhalb des Studiums war sie mit einem Stipendium der Indonesischen Regierung Dharmasiswa für ein Jahr an der Musikhochschule in Denpasar, Bali für das Fach 'Tanz' inskribiert. Sie  arbeitete als Studentische Mitarbeiterin im Berliner Phonogramm Archiv  (1999-2000). Von 2003-09 war sie Wissenschaftliche Mitabeiterin am Institut für Musikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seit 2009 ist sie an der Kunstuniversität Graz, zunächst als Wissenschaftliche Mitarbeiterin, seit 2017 als Assistenz Professorin am Institut für Ethnomusikologie.

Stand: Oktober 2019